Vorurteile - Schubladen in unserem Kopf
Shownotes
Frauen sind emotional. Männer zeigen ihre Gefühle nicht. Alte sind langsam. Junge starren nur noch ins Handy.
Wir brauchen nur Sekunden, um Menschen in eine Schublade zu stecken.
Können wir uns von Vorurteilen befreien? Und wie entstehen sie überhaupt? Wie beeinflussen Vorurteile uns und unser Älterwerden?
Und was hat das mit Socken und kurzen Hosen zu tun?
Darüber sprechen wir in dieser Episode.
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00:00:09: Frauen sind emotional, Männer zeigen ihre Gefühle nicht.
00:00:13: Alte sind langsam und junge starren immer in ihr Handy!
00:00:19: Wir brauchen nur Sekunden um Menschen in eine Schublade zu stecken.
00:00:23: Können wir uns von Vorurteilen befreien?
00:00:26: Und wie entstehen sie
00:00:27: überhaupt?!
00:00:28: Wie beeinflussen Vorurtaile uns und unser Elter werden?
00:00:32: Und was hat das mit Socken und kurzen Hosen zu tun?
00:00:36: Darüber sprechen wir im dieser Episode.
00:00:41: Wir sprechen also über Vorurteile.
00:00:43: Wie sind wir überhaupt auf dieses Thema gekommen?
00:00:47: Ich merke immer wieder, wie ich kaum sehe eine Person schon zu glauben weiß, wie sie ist und das nervt mich und ich bin sicher nicht die einzige mit diesen Vorurteilungen.
00:01:02: Das kenne ich auch!
00:01:03: Also ich habe ja auch VorurTeile und eigentlich schäme ich mich so ein bisschen dafür.
00:01:11: völlig offen und voreingenommen durchs Leben gehen, aber das klappt nicht.
00:01:17: Das kann ich nicht!
00:01:19: Und jetzt... Letztin im Go bis mir das passiert.
00:01:22: da war ein Mann, ich sehe einen Mann in Bäschen wadenlangen Hosen dazu socken um zu alterhahlen.
00:01:31: sofort denke ich altmodisch konservativ spießig.
00:01:36: Ich kenne ja den Mann nicht mehr.
00:01:39: Vielleicht ist er der spannendste Mensch weit und breit, aber in meinem Kopf ist es bereit einsortiert ganz klar schmissig.
00:01:50: Und du hast dann gerade so eine Mauer also auch kein Interesse mehr?
00:01:54: Absolut!
00:01:55: Das ist so ja.
00:01:57: Aber wenn du ihn kennenlernen würdest und er wäre ein witziger interessanter Gesprächspartner, würdest du das Vorteil revidieren, also ihm eine Chance geben.
00:02:10: Oh Gott!
00:02:10: Du stellst mich hier auf die Probe... Ich würde es versuchen.
00:02:19: Aber hast du auch ein Beispiel von einer Vorurteil?
00:02:22: Du hast doch bestimmt gesagt wir alle haben Vorurteile.
00:02:25: Hast du auch einen Beispiel?
00:02:28: Ja.
00:02:29: Ich war kürzlich, hatte ich einen Termin in der Hausarztpraxis und da hat es ja immer verschiedene Ärztinnen und Ärzte.
00:02:38: Und dann kam plötzlich eine junge Frau heran.
00:02:40: Ich habe im Wartezimmer gewartet und zuerst dachte ich sie will mich mitnehmen um Blut abzunehmen.
00:02:48: Dann habe ich gemerkt dass sie schon die Ärztin ist.
00:02:52: Ich dachte für mich so, hoffentlich versteht ihr was von dem was ihr macht.
00:02:57: Die ist ja wahnsinnig jung und im Laufe des Gesprächs und der Untersuchung habe ich gemerkt sie war einfach top!
00:03:07: Und da habe ich mich dafür wirklich geschämt im Nachhinein.
00:03:11: Klar, ich habe mich danach auch bedankt dass sie mich so ernst genommen hat und es wurde mir eigentlich sehr schnell klar wer mich dagegen übersetzt.
00:03:22: Das passiert einfach und es passiert ja so schnell.
00:03:26: Wir sehen was oder jemanden, und zack glauben wir zu wissen wie es ist, was es ist... Wir wissen beide dass das Unsinn ist, dass es sein kann!
00:03:36: Und trotzdem machen wir es diese vor-schnellen Urteile oder Schlussfolgerung
00:03:45: Ja und ich frage mich irgendwie kann man sich das abgewöhnen oder irgendwie abtrainieren, dass man nicht sofort urteilt.
00:03:53: Oder vorverurteilt?
00:03:56: Ich glaube nicht!
00:03:57: Also unser Gehirn sortiert ja ständig.
00:04:02: wir sehen eine Gruppe Menschen jung alt sympathisch nicht sympathisch mag ich mag Und das hilft ja auch, oder?
00:04:11: Es hilft uns all die Eindrücke, die auf uns pressen.
00:04:15: Dass wir da uns irgendwie zurechtfinden und grundsätzlich könnte er das sogar heißen dass Vorurteile gar nicht mehr so schlecht sind?
00:04:27: Wahrscheinlich nicht und auch das Sortieren ist nicht schlecht.
00:04:31: aber ich finde was wir daraus machen kann sehr negativ oder problematisch werden.
00:04:39: Vorbereitung habe ich hiermit auf das Wort Vorurteil und dann Stereotyp.
00:04:45: Häufig war das ein Mix von Vorurteilen und Stereotype, und es ist auch so ein Bild, dass man von jemandem hat der Unterschied zwischen Stereotip und Vorurtheil.
00:04:58: Was ist der Unterschied?
00:05:00: Spannend!
00:05:00: Ich bin auch darüber gestolpert und habe dann ein bisschen recherchiert und der Unterschied ist zu.
00:05:06: Also ein Stereotyp ist eine verallgemeinerte Vorstellung über eine Gruppe, also zum Beispiel Schweizerinnen sind pünktlich.
00:05:15: Es kann positiv oder negativ oder scheinbar neutral sein aber es stimmt natürlich nie automatisch für jede einzelne Person aus der Gruppe.
00:05:25: Das sind ja nicht alle SchweizerInnen und Schweizer ausnahmslos pünftig!
00:05:31: Und ein Vorurteil wertende Haltung gegenüber einer Person oder Gruppe, obwohl man sie kaum oder gar nicht kennt.
00:05:42: Also quasi Sie ist Schweizerin diese Person.
00:05:46: deshalb ist sie bestimmt unflexibel oder bünstlich oder so.
00:05:52: also kurz gesagt Stereotypen sind Schubladen im Kopf und Vorurteile sind die Bewertung aufgrund dieser Schublade.
00:06:02: Das Problem ist, wenn daraus eine Handlung entsteht also aufgrund meiner Vorurteile oder der Stereotypen.
00:06:09: Dann spricht man zum Beispiel von Diskriminierung.
00:06:13: Also wir können ja mal ein Beispiel machen.
00:06:16: Focus Future hat mit dem Alter zu tun.
00:06:19: dann vielleicht ein Beispiel zum Thema Alter.
00:06:23: Also
00:06:24: ältere Menschen sind schlecht mit den neuen Technologien.
00:06:28: das ist so der Steryotype.
00:06:30: allgemein sagt man das
00:06:31: genau.
00:06:33: Das Vorurteil wäre dann
00:06:35: bezogen auf eine Person zum Beispiel?
00:06:38: Ja, okay.
00:06:38: Der ist der ist siebzig und er versteht das sowieso nicht.
00:06:43: Genau!
00:06:44: Und die Diskriminierung daraus... Deshalb frage ich ihn schon gar nicht mehr bei diesem Projekt mitzumachen oder weil ich das Vorurteil habe, der versteht es sowieso auch nicht.
00:06:56: also da kommt die Schublaade, dann die Bewertung Und am Schluss sagt das Konsequenzen.
00:07:04: Genau, also man gibt dieser Person gar keine
00:07:06: Chance mehr.
00:07:08: Weil man schon davon ausgeht dass die das nicht kann weil ABC.
00:07:13: Also ohne quasi die Person einzubeziehen.
00:07:20: Nicht mal zu fragen oder?
00:07:21: Ich frage mich nur warum halten sich eigentlich Vorurteile so hartnäckig?
00:07:29: Das hat verschiedene Aspekte.
00:07:32: Das eine ist ja, wie wir aufgewachsen sind also die Sozialisation.
00:07:37: Wir übernehmen Vorurteile oder Urteile Oder eben auch Gedanken früh von der Familie und unserem Umfeld Und natürlich auch von den Medien.
00:07:48: Dann Denkmuster unserer Gehirn kategorisiert unsucht Bestätigung für bestehende Annahmen.
00:07:56: Also AXY ist so und so, weil so und dann kriegt man ja immer mehr Bestätigung zu diesem Thema.
00:08:05: Und es hat auch ein bisschen etwas mit Zugehörigkeit zu tun.
00:08:09: also Vorurteile stärken das Gefühl von wir und die anderen.
00:08:15: Man fühlt sich vielleicht eben zugehöriger wenn man eine Differenzierung hat.
00:08:23: Vorurteile sind sehr praktisch und bequem, sie passieren vielleicht auch einfach so im Alltag.
00:08:30: Und das Hinterfragen und die Reflexion darüber ist jetzt ein Vorurteil, dass ich dieser Person habe.
00:08:36: oder ist es die Erfahrung mit der Person, die mich zu diesem Schluss kommen lässt?
00:08:41: Das ist natürlich sehr anstrengend!
00:08:44: Das
00:08:45: ist sehr anstrengend.
00:08:46: Dann ist es schon einfacher zu sagen, Mann mit Bäschen oder langen Hosen ist spießig und fertig.
00:08:53: Genau!
00:08:54: Was ich einmal spannend finde, also ich habe das Bild, Mann miter Hose spießt sich.
00:09:00: Und wenn er dann nicht spießigt, weil er gerade was macht, was ich ganz toll finde, dann ist der eine Ausnahme.
00:09:07: Oder?
00:09:08: Dass das perfide... Wenn ihr an meinen Vorurteilen bestätigt, kann ich sagen, wusst ich.
00:09:15: Ist ja klar, siehst du?
00:09:17: Wenn es
00:09:17: nicht
00:09:18: passt, wenn ihr also total entspannender Typ bist, dann ist das eine Ausnahme.
00:09:24: Wir gewinnen so... Also irgendwie suchen wir da immer einen Ausweg für uns.
00:09:28: Das kenne ich leider noch zu gut.
00:09:30: Ähm ... Ja!
00:09:32: Ich habe oft Gespräche, da fragt man Rachel woher kommt der Name?
00:09:37: dann sage ich das ist Hebräisch altes Testament jüdisch und so.
00:09:42: Und wenn jemand dann etwas abschätzig sagt über die Juden und dann sage ja du weißt schon dass ich auch jüdischer Herkunft bin Dann heißt es dann schnell achsoja aber du nicht.
00:09:54: also dich meine ich gar nicht Du bist anders alle anderen sind so Du bist irgendwie anders.
00:10:01: Und das finde ich dann schon so... Hilft es dir nicht, wenn du jemanden aus dieser Gruppe kennenlernst um eben deine Vorurteile zu revidieren?
00:10:13: Oder ist es eben einfacher zu sagen, du spezifische Person!
00:10:17: Du bist jetzt die Ausnahme und ich bleibe aber bei meinen Vorurteilungen.
00:10:23: Es ist bestimmt einfach, oder?
00:10:26: Man will ja sich bestätigt sehen in seinen Meinungen.
00:10:32: Aber wir haben ja mal noch ein bisschen recherchiert, was sind denn überhaupt Vorurteile?
00:10:39: Und da gibt es einen interessanten Psychologen.
00:10:43: Der amerikanische Psychologe Gordon Allport hat sich schon in den neunzehnten und fünftiger Jahren intensiv mit Vorurteilern beschäftigt.
00:10:53: Er sagt Ein Vorurteil entsteht, wenn wir einen Menschen nicht aus Individuum beurteilen sondern aufgrund der Gruppe zu der wir ihn zählen.
00:11:07: Alport beschrieb Vorurteile als eine Art starre Verallgemeinerung.
00:11:12: Wir schreiben einer ganzen Gruppe bestimmte Eigenschaften zu und übertragen sie dann auf einzelne Menschen
00:11:25: Mann,
00:11:25: Ausländerin etc.
00:11:28: Das bestätigt ja eigentlich das was wir schon in unserem Alltag beobachtet haben.
00:11:33: Genau und im Zusammenhang damit ist mir natürlich mein Lieblingsbuch kam in den Sinn das heißt Stolz-und Vorurteile Pride and Prejudice von Jane Austen eines meiner absoluten Lieblungsbüch und es ist genau so eine Geschichte genau worüber wir heute sprechen.
00:11:52: Elisabeth, die quasi der Hauptdarstellerin begegnet Mr.
00:11:58: Darcy und findet ihn ziemlich schnell sehr arrogant und unsympathisch.
00:12:05: Und
00:12:05: Darcy seinerseits wiederum hat seine Vorstellung über Elisabet und vor allem auch über ihre Herkunft und ihre gesellschaftliche Stellung.
00:12:16: Also beide haben schon Schubladen.
00:12:19: Genau, genau!
00:12:20: Und
00:12:20: das vielleicht in einer Zeit in der Schublade oder in der Gesellschaft noch viel undurchlässiger waren?
00:12:27: Sehr wahrscheinlich schon.
00:12:28: Das wäre dann ein neunzehntes Jahrhundert gewesen.
00:12:31: Aber dann passiert eben... Das ist das Tolle an diesem Buch.
00:12:36: Beide müssen irgendwann feststellen, dass ihr Bild vom anderen gar nicht die ganze Wahrheit ist.
00:12:42: Also Elisabeth bekommt Informationen, die nicht zu ihrem bisherigen Bild von Mr Darcy passen und sie ist wirklich bereit ihre Urtheit zu hinterfragen
00:12:57: Was ja gar nicht so einfach ist.
00:12:58: und lass mich raten wie es ausgeht.
00:13:03: Es kommt gut.
00:13:12: Sie macht jetzt wirklich das Gegenteil.
00:13:15: Also sie lässt die nicht in ihren Bildern sitzen, sondern ihre Figuren, wie soll ich sagen?
00:13:21: Die müssen genauer hinschauen!
00:13:23: Also sie müssen ihre Urteile korrigieren und auch
00:13:27: sich selbst
00:13:28: ein bisschen infrage stellen.
00:13:32: Die Vorurteile werden überwunden und die Liebe siegt.
00:13:38: Das klingt jetzt sehr romantisch!
00:13:40: Und was ich sehr schön finde, ist eben wenn sich Figuren weiterentwickeln.
00:13:44: Also
00:13:44: wenn
00:13:45: man merkt Sie wachsen vielleicht an den anfänglichen Reibungen?
00:13:52: Ja ganz genau.
00:13:54: aber ich finde dahinter steckt auch etwas modernes.
00:13:59: wenn ich so sage Wenn ich glaube schon zu wissen wer du bist, habe ich eigentlich aufgehört mich für dich zu interessieren oder zu versuchen dich überhaupt kennenzulernen.
00:14:15: und Ich finde das hat auch mit dem älter werden ein bisschen zu tun.
00:14:20: Also da brauchen wir vielleicht auch ein bisschen mehr Elizabeth than Mr.
00:14:24: Dars.
00:14:26: Weniger Gewissheit darüber wie es ist, oder wie sein wird das Alter werden und mehr Bereitschaft uns überraschen zu lassen.
00:14:41: Was ist eigentlich dein stärkstes Vorurteil gegenüber alten Menschen?
00:14:49: Ich denke viel zu oft glaube ich dass alte Menschen verbohrt sind nicht so offen oder auf Dinge beharren.
00:15:02: eines
00:15:04: Ich glaube, dass alte Menschen sehr zerbrechlich sind.
00:15:09: Also,
00:15:11: dass man sie quasi nicht belasten sollte mit schwierigen Nachrichten aber auch körperlich... ich traue ihn dann nicht zu, dass Sie keine Ahnung noch einen Marathon laufen können oder eine Wanderung oder irgendwie so.
00:15:30: Also Fokus Future, wir sprechen ja auch über das Älterwerden.
00:15:35: Und ich merke ja, ich spreche bei alten Menschen immer so als wären das die anderen, also ob wir nie dazugehören werden und manchmal wacht man auf und denkt plötzlich hm jetzt gehöre ich auch dazu.
00:15:51: mir passiert das öfter mich haben in zwei Tagen zwei Menschen gesiezt
00:15:57: und das ist ein Zeichen dass du älter bist.
00:16:00: Ja,
00:16:01: absolut.
00:16:03: Bei mir ist es das Tutschen, dass man manchmal auf die Nerven geht und denkt, ich werde alt.
00:16:11: Aber ich etappe mich auch dabei!
00:16:15: Ich rede über die älteren Menschen dabei – ich selber bin schon alt oder gehöre zu den Alten.
00:16:23: Deshalb finde ich auch das Thema wirklich spannend.
00:16:26: Vorurteile Ich hatte jahre Zehnte lang selber auch Bilder im Kopf, wie alte Menschen sind.
00:16:35: Oder ich habe meine Mutter gesehen die mit Achtzig gestorben ist als alte Frau wenn ich das so sagen darf.
00:16:44: Ich frage mich schon was passiert mit diesen Bildern die man vom Alten hat?
00:16:49: Die man mit sich trägt im Kopf also... Was passiert da?
00:16:54: Mhm!
00:16:56: Merkst du dass bei dir jetzt so?
00:17:00: Ich merke einfach, dass ich manchmal so Sätze sage oder vielleicht auch nur denke.
00:17:07: Naja jetzt mit siebenundsechzig vielleicht doch nicht mehr.
00:17:12: Dann muss ich mich dann schon fragen warum eigentlich nicht?
00:17:15: Weil ich nicht will!
00:17:17: Oder weil es tatsächlich nicht mir geht, weil ich es nicht mehr kann... ...oder weil ich einfach eine Vorstellung davon habe was eine Frau mit siebundsechszig macht oder eben nicht macht.
00:17:31: Also quasi Altersvorurteile, Vorurteilige gegenüber einem bestimmten Alter.
00:17:36: Es könnte ja auch sein dass man sagt ein Fünfzehnjähriger macht das und das nicht oder eine Dreißig-Jährige macht das Und Das Nicht.
00:17:47: Aber
00:17:47: hast du konkrete Beispiele für dich?
00:17:51: also wo Du wie sagst eine Frau mit siebenundsechzig die Macht das und Das Nicht?
00:17:57: Diese Sommer einige Male Und zwar ärmerlose Kleider oder ärmerloser Shirts, hab ich mir gedacht.
00:18:05: Nee echt!
00:18:06: Als siebenundsechzig meine Oberarme werden schmablich vielleicht doch nicht mehr.
00:18:15: Also du meinst die berühmten Bingo Wings?
00:18:18: Sag mal Nöso, hab' ich noch nie gehört.
00:18:20: Ja genau.
00:18:20: Weil
00:18:21: die alten Damen, die bingo spielen, da flatterts immer so schön elegant in diesen... riesigen Bingo-Sellen im Süden oder wo auch immer
00:18:32: man sich die Pension
00:18:34: verbringt.
00:18:35: Ja,
00:18:35: genau.
00:18:36: Und wirklich habe ich mir überlegt,
00:18:41: dass das nicht mehr passt?
00:18:42: Also...
00:18:43: Dass es nicht mehr passen.
00:18:44: Okay.
00:18:47: Vielleicht noch ein anderes Beispiel?
00:18:51: Ich weiß nicht.
00:18:51: ist so ein Moment, wo man sich plötzlich irgendwie anschaut und sagt, ah!
00:18:56: Das geht jetzt schon nicht mehr.
00:18:57: Letzten Samstag hatte ich einen solchen Moment, hat wieder mit Kleidung zu tun.
00:19:02: Weißt du so ein bisschen das Erscheinungsbild?
00:19:04: Eine siebenundsechzigjährige Frau weiß auch nicht.
00:19:07: Aber ich musste früh in Zug in der Stadt sein.
00:19:11: Wirklich früh ummorgen.
00:19:12: Ich rauf Kaffee aufgestanden Kaffees.
00:19:17: Jeans, weises T-Shirt und irgendeine Jacke drüber.
00:19:21: Und weil ich zu Fuß unterwegs war bequeme Schuhe.
00:19:24: Da habe ich mich... In einem Schaufenster gesehen habe ich gedacht, nein echt.
00:19:30: Ein bisschen mehr Stil in deinem Alter hab' ich wirklich gedacht.
00:19:35: Also du
00:19:37: warst total normal angezogen und dachtest plötzlich die alte machte eine auf Jung?
00:19:43: Auf Jung.
00:19:43: genau so zu Jeans & Sneakers.
00:19:48: Hab' ich gedacht.
00:19:50: Ja also früher fand ich es ja auch peinlich wenn sich so Eltern von Freundinnen versucht haben so cool anzuziehen.
00:20:01: Und heißt das denn, dass jetzt Vorurteile über das Alter oder Vorurteil die mit dem Alter zu tun haben irgendwann eben Vorurtoile über uns selbst werden können?
00:20:14: Ich schränke mich ja ein!
00:20:16: Warum soll ich etwas mit langen Ärmeln tragen im Sommer wenn es heiß ist?
00:20:22: Es ist ja blöd!
00:20:23: Ich schrenke mich selber ein aber... Das ist übrigens gut untersucht.
00:20:29: Diese Altersbilder nehmen wir auf, schon wenn wir jung sind und wenn wir dann selbst älter werden können diese Vorstellungen plötzlich auf uns selbst wirken.
00:20:41: Zum Beispiel noch einmal das Thema Technologie.
00:20:44: Also ältere Menschen verstehen neue Technologien nicht mehr.
00:20:48: Daraus wird also Kai lern ich sowieso nicht mehr oder dann mit ... Fünfundsebzig, jetzt fange ich auch nichts mehr Neues an.
00:20:58: Obwohl vielleicht hätte ich Lust drauf oder ich weiß es gar nicht?
00:21:03: Oder vielleicht kommt dann die Frage schon gar nicht mehr auf weil ich ja fünfundsevzig bin und das nicht mehr kann.
00:21:09: Also verstehst du wie das eine Eskalation ist?
00:21:15: Ich glaube unterschiedliche Generationen haben ja unterschiedliche Dinge erlebt.
00:21:21: Man ist eben schon eine andere... Generation.
00:21:26: Aber was ich problematisch finde, ist wenn man dann sagt, die sind so!
00:21:31: Also alle, die in nineteenhundert achtundvierzig geboren sind, die seien so.
00:21:36: Das ist ja vielleicht völlig falsch.
00:21:40: also... Ich denke, wenn jemand anfängt mit dem Satz Die Seien So, dann sollte man misstrauisch werden weil es ist ja wie wenn du sagst Du machst immer das und das.
00:21:52: Das ist jetzt
00:21:53: genau Das ist ja direkt so eine Steilvorlage für Explosion.
00:21:58: Also
00:21:59: die
00:21:59: Jungen sind so, die Alten sind so... Die Frauen, die Männer etc.
00:22:06: Das finde ich extrem anstrengend und auch überhaupt nicht irgendwie zielführend oder inspirierend.
00:22:14: oder eine Diskussionsgrundlage finde ich schwierig.
00:22:22: Wir haben ja jetzt festgestellt, wie beide haben Vorurteile.
00:22:27: Aber was machen wir jetzt damit?
00:22:29: Was machen wir gegen diese Kategorisierung oder dieses Selberbeschränken mit unseren Vorurteilungen, die wir gegen uns quasi lenken?
00:22:37: Ähm ... Was hilft dagegen?
00:22:40: Ich glaube, Kennenlernen, Kontakt hilft eben, wie die Psychologe Alpert gesagt hat.
00:22:48: Mit Menschen reden, die nicht so eigenen Blase gehören und offen durch die Welt gehen.
00:22:53: Ich muss jetzt nicht jeden auf der Straße begrüßen und sagen, wer bist du?
00:22:58: Woher kommst du?
00:22:59: aber es gibt auch schöne Projekte zum Beispiel die Schülerinnen und Schüler ins Altersheim schicken und man lernt sich so kennen.
00:23:09: eben das passiert ja auch zwischen ich sage jetzt mal verschiedenen Religionen oder städtisch ländlich Und ich glaube, man muss so ein gewisses Grundinteresse mitbringen und eine Offenheit.
00:23:25: Wenn man sich emotional nicht direkt verschließt und empathisch zuhört, denke ich hat man eine gute Chance Vorurteile abzubauen oder zumindest zu hinterfragen.
00:23:40: Also wenn du den Mann mit den Faschen wadenlangen Hosen nochmals im Kopf Antriebsst, würdest du ihn ansprechen?
00:23:51: Du stellst mich hier auf die Probe.
00:23:54: Ich sag's dir dann, wie es ging!
00:23:58: Aber ehrlich, wenn man einen Menschen kennenlernt, wird ein konkreter Mensch dazu.
00:24:07: Nicht nur ein Teenager oder der Alte... Wie du das auch vorhin schon gesagt hast, Menschen passen halt an erstaunlich schlecht in Schubladen.
00:24:19: Aber stell dir mal vor... Du bist irgendwo eingeladen und du kommst in einen Raum und an dem Tisch sitzen
00:24:28: fünf
00:24:29: zwanzigjährige.
00:24:30: Da erschrickst du doch zuerst oder?
00:24:33: Und sagst oh mein Gott muss ich jetzt den Nachmittag mit diesen
00:24:37: Schnöseln
00:24:37: verbringen?
00:24:38: vielleicht und im Gespräch kommen dann vielleicht ganz viele andere Sachen raus.
00:24:44: Und
00:24:45: ich
00:24:45: denke, Vorteile zu haben.
00:24:48: bis zu einem gewissen Grad sind das eben auch Chancen die man verpasst, das eigene Leben zu bereichern.
00:24:58: Ja absolut oder auch wieder zu verstehen.
00:25:02: Man bewegt sich ja oft in seinen eigenen Generationen oder in seiner Plase.
00:25:07: ähnlichen Menschen immer.
00:25:09: Es gibt eine Gelegenheit, mal mit einem zwanzigjährigen Elektromonteur Lehrling zu sprechen wie seine Welt aussieht und das ist ja auch spannend.
00:25:20: Meistens bin ich immer überrascht.
00:25:23: Also zum Schluss vielleicht eben eine kleine Übung die man oder vielleicht ist es eher ein kleiner Test so wie man die eigenen Vorurteile überlisten oder überwinden kann.
00:25:37: Möchtest du das
00:25:39: kurz vorstellen?
00:25:41: Liebe Zubehörer und Zubere, wir schlagen euch vor.
00:25:46: Vervollständigt mal spontan den Satz alte Menschen sind schnell nicht zu viel überlegen fünf Antworten.
00:25:57: Und dann schaut euch diese Antworten an.
00:26:00: also alte Menschen die langsam gelassen stur weise zufrieden.
00:26:07: Fragt euch,
00:26:10: welche dieser Vorstellungen oder Vorteile möchte ich auf keinen Fall zu einer Regel für mein eigenes Älterwerden machen.
00:26:21: Also zum Beispiel möchte ich unbedingt Stur werden wenn ich älter werde.
00:26:31: Aber das Wichtige daran ist denn was wir uns da... Als Bilder in Kopf eingemauert haben, dass dann die Alten die Stur sind.
00:26:47: Plötzlich sind eben die Alte nicht mehr den anderen denn irgendwann sind wir es selbst.
00:26:53: Irgendwann sind wir dann die alten und wer will schon ein sturralter Bock sein?
00:27:00: Ich finde das eine gute Übung!
00:27:02: Es ist so die Visualisierung der Zukunft vielleicht auch so ein bisschen herauszufinden, wer will ich sein wenn ich mal älter bin also mit siebzig, achtzig oder neunzig statt mich an diese Vorstellung zu klammern dass ich immer vierzig bleibe.
00:27:23: Da holte ich die Realität dann schon rein!
00:27:27: Ja und was machst du jetzt mit dem Mann in den beige shorts?
00:27:30: Also gut... Ich arbeite daran einfach beiden Socken und den Sandalen wird schwierig.
00:27:37: Ach, jetzt bist du wieder in die Vorurteile reingefahren!
00:27:40: Aber versprich mir wenn du ihn wieder siehst.
00:27:42: sagst einfach nicht grüezi wenn du
00:27:44: vorbeiläufst.
00:27:46: Also das kann ich versprechen.
00:27:49: Und
00:27:49: du wirst dann sehen wie er reagiert?
00:27:52: Ja genau.
00:27:52: Vielleicht total freundlich oder völlig verstört und dann bist du der ganzen Sache schon ein bisschen näher.
00:27:58: Ja ganz genau.
00:28:00: Gut, wir sind jetzt schon am Ende unserer Folge über Vorurteile.
00:28:04: Das war Focus Future der Podcast – zwei Generationen, die darüber sprechen.
00:28:11: Ganz genau!
00:28:12: Viele Schubladen haben wir angesprochen aber auch hoffentlich viele Neugierde bei Ihnen geweckt, diese Schubladen zu öffnen.
00:28:24: und viel Spaß dabei und bis zum nächsten Mal.
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