Das Alter hat die schlechteste Marketingkampagne der Welt
Shownotes
In dieser Episode teilt Nicole Althaus, Journalistin und Kolumnistin, ihre Gedanken über das Älterwerden und die gesellschaftlichen Erwartungen. Sie erklärt, dass das Alter uns alle betrifft und es an der Zeit ist, falsche Altersbilder abzubauen.
Wie gehen wir mit dem Älterwerden um? Nicole hat bewusst Entscheidungen getroffen, um diesen Lebensabschnitt zu gestalten, wie den Umzug in eine kleinere Wohnung nach dem Auszug ihrer Töchter.
Was sind eure Gedanken dazu? Wie bereitet ihr euch auf das Älterwerden vor?
Hört rein und schreibt uns eure Gedanken! Wir freuen uns. elisabeth@focusfuture.ch
Bis bald
Rachel und Elisabeth
Transkript anzeigen
00:00:09: Herzlich willkommen zu einem weiteren Episode von Focus Future der Podcast.
00:00:14: Mein Name ist Elisabeth Gehrig und zusammen mit Rachel Manetsch reden wir in unserem Podcast über das Älterwerden, wie man das macht?
00:00:24: Wie man das glücklich macht!
00:00:25: Und es freut mich heute in diesem Episode Nicole Althaus zu einem Gespräch begrüßen zu dürfen.
00:00:34: Nicole kannst du dich gleich selbst kurz vorstellen?
00:00:38: Ja, ich bin Journalistin seit Ewigkeiten, muss ich sagen mittlerweile.
00:00:45: Heute bei der ONCEZ am Sonntag und da schreibe ich vor allem über Gesellschaftsthemen.
00:00:53: Ich habe vielleicht das auch noch?
00:00:55: Ich habe zwei Töchter die sind aber bereits erwachsen, die sind sechsundzwanzig-und zwanzig Jahre alt.
00:01:01: Und lebe
00:01:03: in Zürich!
00:01:04: Bitte
00:01:05: und lebe im Zürch
00:01:07: Und du lebst in Zürich.
00:01:08: Genau, super!
00:01:09: Also... Du schreibst ja auch eine Kolumne für die NCZ am Sonntag wo es mal grob gesagt ums Alter geht.
00:01:18: Ich lese mal die Beschreibung vor Alle wollen alt werden.
00:01:23: Niemand will alt sein Denn alter klingt nach Zerfall Bedeutungslosigkeit und Armut.
00:01:30: Dabei war es noch nie gesünder Mächtiger und reicher als heute.
00:01:37: höchste Zeit für eine Kolumne dazu.
00:01:44: In dem Text aber warum ist diese Kolumnerelevant?
00:01:51: Ja, eigentlich aus dem gleichen Grund weshalb dein Podcast relevant ist.
00:01:57: Weil wir wollen alle älter werden oder aber niemand will wirklich alt sein.
00:02:03: das Alter hat einen ganz... Wirklich eine sehr schlechte Werbekampagne bekommen.
00:02:12: Es ist ein bisschen so, wie bei der Mutterschaft.
00:02:19: Zumindest das hat sich geändert aber eigentlich war es ähnlich.
00:02:22: Ich kann mich noch sehr gut erinnern was meine Chefs reagiert haben als ich damals gesagt habe ich möchte einen Mama-Blog machen.
00:02:32: Da haben die über den Tisch gewischt Die letzten Krümerli vom Gipfeli, vom Tisch gewischt und gesagt ja also weißt du, Mütter das ist ja wahnsinnig unsexig.
00:02:43: Dem Alter geht es ja genau gleich oder?
00:02:45: Das ist Wahnsinnig Unsexig, sagt man.
00:02:48: Also denkt man!
00:02:50: Und ich bin aber überzeugt bei dem Mamablob war es so ganz viele Leute interessieren sich für das Thema.
00:02:56: Es betrifft alle oder fast alle, es betrifgt sogar diejenigen die nicht Müttern werden wollen.
00:03:02: Das Alter betrifft nun wirklich nur die, die alt werden dürfen aber es betrifgt uns alle.
00:03:08: und die Alterskorte in der ich also die Menschen die gleichhalt sind wie ich das sind ganz viele in diesem Land und ich habe gelernt dass sich darauf zählen kann was mich beschäftigt auch die Frauen und Männern im land um mich herum beschäftigen und deshalb mache ich diese Kolumne weil ich auch finde es sind falsche altersbilder.
00:03:31: Ja, also da bin ich schon auch überzeugt davor.
00:03:34: Aber was ist denn dein Feedback bisher?
00:03:40: Es ist natürlich nicht bei jeder Kolumne genau gleich.
00:03:45: Ich habe auch schon das Feedback bekommen.
00:03:48: Oh mein Gott!
00:03:50: Du bist ungefähr so alt wie meine Tochter, weshalb schreibst du über Alter?
00:03:55: Da merkt man dann auch die Vorstellung, wie man ist immer nur dann.
00:03:58: Also alt wenn man über achtzig oder über neunzig ist.
00:04:04: Dann gibt es natürlich Themen wie jetzt zum Beispiel das letzte, worüber ich geschrieben habe... Ich war in einer Klassenzusammenkunft wo man ja auch, da kann man sehr viele Sachen beschreiben.
00:04:14: Also ich mache es meistens nicht ganz konkret im Sinne von jetzt habe ich dieses Altersthema oder jetzt hab' ich dieses altersproblem sondern ich beschreibe eigentlich nichts anderes als mein Leben und was das für Gedanken in mir auslöst.
00:04:29: und das hat ja meistens eben auch mit einem Älterwerden, mit einem schon vieles gesehen haben, mit einer Erfahrung aufgebaut haben, ein Verlust von ach war das schön früher zu tun.
00:04:41: und genau das beschreibe ich eigentlich meine eigenen Erfahrungen.
00:04:45: Und dann je nachdem wie viele Leute sich darin gespiegelt sehen, kriege ich schon sehr... also jetzt auf die Klassen.
00:04:51: zum Zusammenkunft habe ich sehr viel Echo bekommen.
00:04:54: Dann hab' ich auch die Kolumne wo ich übers Älterwerden bei der Arbeit geschrieben habe, dass die hatte den Titel Wie lange noch?
00:05:02: Fragezeichen oder wie lange darf ich noch und wie lange muss ich noch?
00:05:06: Sich noch, genau!
00:05:09: Können wir uns das noch leisten, dass Leute diese Fragen stellen?
00:05:13: Das war bisher das größte Echo.
00:05:15: Weil das offensichtlich eines der brennendsten Themen ist in meiner Alter.
00:05:22: Darf ich den Fragen wie alt du bist?
00:05:24: Ich bin acht und fünfzig Jahre
00:05:26: alt.
00:05:26: Wir sind genau zehn Jahre auseinander.
00:05:34: Welche Erwartungen hast denn du für dein Alter?
00:05:36: oder vielleicht ... Wie bereitest du dich auf das Alter vor?
00:05:41: oder vielleicht anders gesagt.
00:05:44: Die nächste, also deine Kinder ich nehme jetzt mal in die Malte, die sind ausgezogen zu Hause.
00:05:49: das ist ein neuer Lebensabschnitt.
00:05:52: hast du den bewusst gestaltet?
00:05:55: Oder bist du da einfach so reingerutscht?
00:05:58: Ja sagen wir mal so Ich habe den äußerlich bewusst gestaltet und zwar bin ich wirklich als meine Tochter, aus meiner zweiten Tochter.
00:06:08: Die ältere war schon länger ausgezogen, als meine zweite Tochter ausgezogen ist habe ich mich verkleinert.
00:06:15: also Ich hab eine Wohnung gesucht die kleiner ist.
00:06:19: Also ich hatte natürlich schon eine Mauge, ich habe da ein Jahr lang darauf hingearbeitet dass ich sie bekomme Und das hat dann tatsächlich geklappt in einer und eigentlich fast sozusagen... ich habe die Zusage praktisch Eine Woche nach dem Auszug der Tochter bekommen, es war ideal.
00:06:37: Und das war schon so ein erster Schritt finde ich.
00:06:40: also Ich habe ganz viele Sachen weggegeben.
00:06:44: Beziehungsweise.
00:06:45: meine Zöchter haben fast alle Möbel mitgenommen.
00:06:47: Nein nicht alle aber die haben einfach die Stücke die sie immer schon gerne gehabt haben Nicht alle Aber auf die ich verzichten konnte haben die mitgenommen hab nochmal irgendwie den Esterich, den Kleiderschrank ausgeräumt und mich wirklich auch mehr damit beschäftigt als sonst.
00:07:09: Ich war nie jemand der viel angehäuft hat also ich bin eher immer der Wegwerftyp gewesen oder der weggeben Typ.
00:07:16: aber nochmal ganz bewusst irgendwie was brauche ich eigentlich mit?
00:07:19: was will ich noch leben?
00:07:21: Was soll in meinem Leben sein?
00:07:23: Und ich fand das schon sehr... Es hat mir total gut getan.
00:07:28: Ich habe jetzt auch das Gefühl, ich fühle mich in der Wohnung so wohl wie ich mich fast noch nirgends gefühlt hab.
00:07:35: Weil der Prozess bewusster gestaut wird?
00:07:38: Ja
00:07:40: und meine Kinder, für die Kinder hast du quasi ihr zu Hause aufgegeben, haben sie das so erlebt oder haben Sie das unterstützt?
00:07:48: Die haben das unterstütz... Sie haben beim Vater, dort haben sie das Zimmer noch.
00:07:57: Das nutzen sie aber eigentlich selten.
00:07:59: Wenn die Kinder rausgezogen sind, dann kommen sie selten zurück und ich könnte nicht mit früher leben.
00:08:10: im Sinne von da ist noch das Kinderzimmer.
00:08:19: Ich will das persönlich nicht, aber ich finde im Moment auch in der Stadt Zürich geht es nicht.
00:08:25: Es gibt keine Wohnungen mehr.
00:08:26: eigentlich sollte man sich nicht Zimmer leisten die nicht gebraucht werden oder nur einmal im Jahr an Weihnachten da finden wir eine andere Lösung.
00:08:38: Das
00:08:38: ist so ein bisschen meine Haltung und Ich muss nicht dauernd daran erinnert werden, dass ich Kinder hatte, die mal kleiner waren und bei mir gewohnt haben.
00:08:49: Ich habe das ja irgendwie wirklich zwei Jahre gehabt.
00:08:52: Das ist jetzt vorbei.
00:08:53: Und jetzt schaue ich...
00:08:58: Denke mal!
00:08:59: Also ich weiß es nicht.
00:09:00: Ich denke mal, diesen Entscheid dieser Schnitt, neue Wohnungen, neue Lebensabschnitte, die Kinder sind weg ... das ist wohl eher selten.
00:09:10: Man bleibt im Haus.
00:09:12: Das hat oft auch ökonomische Gründe, aber ich denke das ist eher selten sich so bewusst diesen Schritt zu nehmen weil es eben ein neuer Lebensabschnitt ist.
00:09:27: oder wie hörst du das?
00:09:28: Was hast du da rüber gelesen?
00:09:32: Wie denkst du?
00:09:37: Ich muss jetzt sagen in meinem Unkreis gibt es ganz viele, die sich diese Gedanken machen.
00:09:42: Es sind vielleicht nicht alle, die das so konsequent umsetzen, verstehe ich aber auch sehr gut weil wenn man in unserer Wohnung, die wir gemeinsam haben wohnt im Moment mein Mann und natürlich ist das was total anderes, die geht man nicht einfach so schnell auf Dann kommt dazu, man muss ja dann zuerst auch noch eine kleinere Wohnung finden.
00:10:05: Die nicht teurer ist als die größere und das ist ein riesiges Problem.
00:10:08: Ich finde eines der größten Probleme mit der Wohnungsnot da gibt es auch Zahlen dazu.
00:10:13: also die Umstände und alles.
00:10:14: das verstehe ich sehr gut.
00:10:17: Man kann sich ja eigentlich in den eigenen Räumen in denen die man bewohnt überlegen was man macht.
00:10:22: dass ich habe zum Beispiel eine Freundin von mir die hat auch ein Haus um deren Eltern.
00:10:28: Kinder sind auch ausgezogen Und sie hat jetzt bewusst eine Frau aufgenommen, die da wohnt.
00:10:39: Einfach weil sie auch noch Kontakt will.
00:10:42: Also ich kenne schon einige Menschen, die lösen das vielleicht auf eine andere Art und wir stellen dann mal alles einmal um, machen sich irgendwie ein neues Hobbyzimmer anstatt im Kinderzimmer oder so.
00:10:54: Aber ich glaube es die Gedanken kommen automatisch Wenn man in derselben Wohnung bleibt, vor allem.
00:11:00: Oder wenn alle Wege noch genau gleich sind?
00:11:03: Man hat den Tisch und das Geschirr für sechs Personen oder acht.
00:11:07: Man hat alles ja für die große Familie.
00:11:09: Und ich glaube, wenn man das dann täglich braucht, kommt automatisch der Gedanke was könnte sich jetzt ändern.
00:11:16: Aber es war auch so.
00:11:18: meine Mutter hat das eben auch gemacht.
00:11:20: Da denke ich auch, wie hat sie uns ein Beispiel gegeben.
00:11:23: Das habe ich bei meiner Mutter auch erlebt.
00:11:26: Sie ist aus dem Haus raus und sagt, die Generation in unserer Familie ist in einer Wohnung.
00:11:31: Ich fand das extrem mutig!
00:11:34: Also
00:11:35: wirklich,
00:11:35: ich hab sie dafür bewundert.
00:11:38: Ja, mich hat es auch beeindruckt.
00:11:39: Und sie hat auch gesagt, sie will nicht, dass wir irgendwann mal... Grümpel, wie man auf Schweizerdeutsch sagt.
00:11:48: Ihre Lebenssedimente sozusagen wegräumen müssen sondern es gibt einfach noch das Standard was sie auch brauchen die Erinnerungen von denen sie denken dass die auch für uns relevant
00:12:01: sind.
00:12:02: Also das Thema Älterwerden stimmt schon Es ist noch so ein bisschen wie soll ich sagen ein Tabu.
00:12:10: Niemand will darüber reden und trotzdem hat es schon viel Publizität in letzter Zeit bekommen.
00:12:16: Also so Longevity oder das Thema Altersdiskriminierung, dass man nicht mehr Anti-Aging sagt auf der Augencreme und so irgendwie... Ich erlebe so ein bisschen so, dass ich fast unter Druck bin glücklich zu sein, das toll zu finden dass ich älter werde, dass es nur gut ist und dass sich alles machen kann was ich will.
00:12:47: Ich kann mich ändern und weißt du was ich meine?
00:12:51: also fühlst du diesen Druck auch?
00:12:56: Dass das Alter was Gutes sein muss
00:13:01: bisschen weniger stark als ich den Druck fühlte, als ich Mutter wurde.
00:13:04: und da ist schon wieder eine Parallele.
00:13:06: Und ich merke je länger ich auch an dieser Kolumne nachdenke und schreibe, desto mehr merke ich, da gibt es ganz viele Parallelen weil sie weil sie so Pars prototo stehen, oder?
00:13:21: Eine Mutter ist eine Mutter und eigentlich die individuelle Person hinter dieser Funktion geht verloren.
00:13:26: Und beim Alter ist das ein bisschen ähnlich.
00:13:28: Es
00:13:28: ist sehr ähnlich
00:13:29: genau!
00:13:30: Das ist einfach eine Form von ja man könnte sagen Diskriminierung.
00:13:35: wenn man pars prototo nimmt auch bei den alten weißen Männern ist es so.
00:13:38: Das ist eigentlich total diskriminierend.
00:13:40: was wir da gerne mal brauchen.
00:13:44: Ja, natürlich.
00:13:46: Ich merke diesen Druck auch.
00:13:47: Also ich fand den beim Muttersein noch viel größer und da ging es ja erst mal einfach wirklich auch im Mama-Blog darum.
00:13:54: Diesem Tabu irgendwie eine Mutter muss das sein eigenes Kind das Schönste und das Hübscheste finden.
00:14:00: sie muss im Glück schwelligen dass man das mal so ein bisschen mit Realität Ja, Realität auffüllt.
00:14:08: und vielleicht ist es beim Älterwerden auch so.
00:14:11: Vielleicht braucht es da ganz viel Realität.
00:14:14: auch bei uns war Realität im guten Wien nicht so schön oder also beides um dem diesen Lebensabschnitt ein bisschen gerechter zu werden.
00:14:26: Und man muss ja verstehen ich meine das Alter war lange sehr kurz.
00:14:33: Es ist noch nicht so lange dass wir Zwarzig, dreißig Jahre sozusagen alt sind.
00:14:38: Der Forscher mittlerweile auch keine Erfahrung haben.
00:14:44: Wie man über einen so langen Lebensabschnitt differenziert spricht, da haben wir keine Erfahrungen.
00:14:50: Genauso wie wir lange halt einfach nicht gelernt haben damit umzugehen dass Frauen im Muttersein nicht verschwinden sondern eben noch Partnerinnen sich berufs Frauen, oder?
00:15:04: Das müssen wir erst lernen und ich glaube mit dem Alter ist das genau so.
00:15:07: Und auch deswegen interessiert mich das natürlich sehr.
00:15:11: Ja!
00:15:12: Ich glaub... das entwickelt sich auch.
00:15:15: Also eben wie du gesagt hast, Pensionierung per se, AHA-V.
00:15:18: Ist da noch nicht mal so hart darüber?
00:15:20: Ja ja
00:15:21: ja.
00:15:21: Und wo ich mich so ein bisschen störe isst, das sind die Bilder vom Alter.
00:15:28: Im Moment sieht man nur so zwei Bilder entweder Senioren, Fit und was weiß ich?
00:15:37: Oder dann gleich der Pflegefall.
00:15:39: Es gibt wie so nichts dazwischen nichts individuelles.
00:15:45: Einfach achtzigjährig ist altpflegefall um fünfundsechzig ist fit silver generation oder wie man sagt.
00:15:54: das ist das was mir ein bisschen fehlt und ich denke es wäre auch wichtig für die nachkommenden Generationen, dass man da so ein bisschen differenzierte Bilder hat.
00:16:04: Weil die beeinflussen wie wir das Alter sehen?
00:16:07: Da bin ich überzeugt!
00:16:08: Genau und ich meine, das sind einfach Bilder, die natürlich gesellschaftspolitisch gemacht werden.
00:16:15: Das eine dieser Best-Ager oder die Best-Adgerin ist die Konsumentin.
00:16:22: Und das andere Das ist der Pflegefall, das ist der Patient.
00:16:28: Im einen Fall bringen die Arten die Kohle und im anderen Fall nehmen sie sich in der Gesellschaft weg.
00:16:33: Die Gesellschaft denkt einfach nur über die Personen nach, im Sinne von welche Funktion haben sie für die Staatskasse.
00:16:40: Und dazwischen fällt alles weg!
00:16:43: Ich finde es auch sehr problematisch... Wenn ich das dann so analysiere, passiert es ja eigentlich mit den Jungen auch.
00:16:52: Also wenn ich an die Familienbilder denke und in der Gesellschaft herumgehe, ist es immer Vater, Mutter, Sohn oder Tochter?
00:17:01: Oder das stellt man sich diese Einheit vor, die für den Nachwuchs sorgt und die Erziehung übernimmt und im Einfamilienhäuschen irgendwie das Zeug konsumiert, das dann an die Menschen gebracht werden muss.
00:17:15: Das stirbt mich... Ja, es stört mich natürlich auch.
00:17:19: Aber ich habe mich irgendwie einfach so dran gewöhnt.
00:17:23: Ich finde die Wörter eigentlich fast schwieriger.
00:17:26: also ich finde Best oder Golden Ages.
00:17:29: Das find' ich wirklich ganz, ganz schwierig weil da dann alles verwischt wird.
00:17:35: Da wird auch verwiszt dass es natürlich ist das die reichste Generation die es je gegeben hat aber in der Schweiz vor allem noch reicher als überall sonst.
00:17:46: Aber es gibt eben noch ganz viele Frauen in dieser Generation vor allem, die nicht gearbeitet haben.
00:17:53: Also das sind jetzt diejenigen, die alt waren, die irgendwie nicht geararbeitet haben, die zu Hause waren.
00:17:58: Manchmal gab's eine Scheidung, die wirklich keine Pensionen haben und die gehen da auch vergessen.
00:18:04: Das ist auch ein Problem.
00:18:07: Ja.
00:18:08: Eben das wegen den Bildern, die man so hat von ... Altersgruppen sagen wir mal, das hat ja vielleicht auch damit zu tun dass man an sich halt in diesen altersgruppern bewegt.
00:18:21: also im Vorbereitung auf unser Gespräch habe ich mich wirklich überlegt nicht überhaupt außerhalb meiner Altersgruppe unterwegs.
00:18:30: Da gibt es bei mir nur ein einziger Moment, das ist der japanische Unterrichter, wo ich mit etwa vierzeig Jahren Jüngeren zusammen in der Klasse bin und sonst sind das meine Altersgruppe oder dann ist das Familie oder die Sohn-Tochter-Enkel.
00:18:45: aber sonst bewegen wir uns halt einfach in unseren Alters-Gruppen Und dann kann's halt schon passieren dass wieder andere Alters Gruppen einfach nur noch mit Bildern sehen
00:18:58: Ja.
00:18:59: Ich finde das auch eine nicht gute Entwicklung in unserer Gesellschaft und ich finde es wahnsinnig schwierig, was könnte man machen damit es anders wird?
00:19:07: Also man sieht das ja weniger und das ist ja auch immer der Schöne.
00:19:10: Ich glaube dass es so ein Teil davon warum zum Beispiel Menschen sehr gerne in Italien sind wenn man in Italie irgendwo hingeht.
00:19:19: also da gibt's irgendwie noch diese Beizen wo sich das viel mehr vermischt.
00:19:25: Ich glaube, das liegt schon so ein bisschen an der Kultur.
00:19:29: An der Kultur, die halt wo das öffentliche Leben fast wichtiger ist als das private.
00:19:36: und bei uns ist es halt wirklich umgekehrt oder?
00:19:39: Bei uns ist das private Leben ist das was wir pflegen und da gehört jetzt Familie und Freundeskreis dazu.
00:19:46: Und dass der Freudenskreis homogen ist, ist eigentlich logisch.
00:19:50: Vor allem wenn man alte Freunde hat, die hat man ja meistens in einer bestimmten Lebensphase kennengelernt und das ist nicht die Lebensphase.
00:19:56: Wenn man zu zweiundzwanzig ist und an der Uni studiert, möchte man jetzt nicht unbedingt mit fünfundvierzigjährigen Väter oder Mütter befreundet sein.
00:20:03: Versteht man auch?
00:20:04: Aber es gibt so wenig Gelegenheiten also, dass sich diese Altersgruppen wieder durchmischen.
00:20:09: dabei wäre es so erfrischend.
00:20:11: Es wäre so interessant.
00:20:13: oder man merkt ja, Ich merke, dass jedes Mal wenn ich im Tessin bin, wo ich so eine ganz kleine Wohnung mit ein paar Leuten miete.
00:20:21: Da gibt es noch diese Dorfbeit und wenn man da reinkommt also das ganz kleines Dorf da kennen mittlerweile kennen uns auch alle.
00:20:29: Da ist dann jung und alt sitzen da und man plötzlich spricht man ein bisschen mit allen und das ist... ich finde das auch jedes mal wahnsinnig toll!
00:20:37: Ja ja
00:20:38: und
00:20:39: vielleicht war's in der Schweiz, Entschuldigung wenn ich die finde in der Schweiz oder so, das Idealbild von mehreren Generationen zusammen ist für mich immer der Bauernhof.
00:20:49: Oder wo das Haupthaus war und dann der Altbauer im Stöckel.
00:20:54: Und da waren wirklich zwei, mindestens zwei Generationen zusammengedrückt.
00:20:58: Jeder hat auf dem Hof mitgeholfen je nach seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten.
00:21:04: Was ich einfach spannend finde, ist es habe mir vorher schon gesagt wir werden älter und älte also eigentlich wird die gemeinsame Zeit auch immer länger.
00:21:13: Meine Großeltern gar nie gekannt, die sind gestorben bevor ich mich erinnern konnte.
00:21:19: Und heute sind Großelten im Leben von Enkeln
00:21:22: bis die
00:21:23: Enkel heiraten
00:21:24: oder noch darüber hinaus?
00:21:26: Ja und sie nehmen auch eine wichtige Rolle ein.
00:21:28: Die ganz oft auch von ihnen betreut werden regelmäßig.
00:21:33: Ich finde sowieso eben das Wohnen ... Wo verbringe ich meine Zeit?
00:21:43: Wo habe ich meinen geschützten
00:21:44: Raum?".
00:21:46: Das finde ich schon auch eine der Fragen, in die mich wirklich am meisten beschäftigt.
00:21:51: Für den Moment hab' ich eine gute Lösung aber irgendwann mal, oder?
00:21:57: Wie möchte ich eigentlich alt werden?
00:21:58: und im Moment gibt es zumindest in der Schweiz diese Wohnformen, die mir extrem gefallen würde, gibt es hier nicht!
00:22:08: Ich meine Wege... oder so Clusterwohnungen.
00:22:13: Ich weiß auch nicht, wenn ich das würde ich dann aber gerne so machen wie es mir entspricht.
00:22:18: also da würde ich mit einigen Kollegen und Kolleginnen einfach so in eine Clusterwege finde ich schwierig.
00:22:24: Ich habe meine eine Reportage gemacht und hab herausgefunden dass finden die Leute die da wohnen auf schwierig.
00:22:29: Also das ist nicht genau.
00:22:32: Ich merke ja auch ich habe lange in Weges gewohnt Und das war auch eine Option für mich.
00:22:36: Also ich habe lange und ich hab es sehr toll gefunden, ich hab das auf meinen Töchtern ans Herzen gelegt.
00:22:43: Macht das unbedingt ist eine wichtige Erfahrung.
00:22:45: aber heute bin ich jetzt nicht sicher ob ich... also ja!
00:22:49: Ich habe mich eben dagegen entschieden, ich habe mich verkleinert weil ich doch ... ich bin auch recht gerne alleine neben dem Job mit dem wo ich auf jeden Menschen zu tun habe.
00:23:00: ab und zu mal brauche ich meine Ruhe.
00:23:02: Was mir vorschwebt, was ich für eine Lösung gesehen habe, die ist einfach wahnsinnig toll.
00:23:07: Also da käme alles zusammen, was sich wirklich gerne mag und das kann man einfach fast nicht realisieren.
00:23:13: Das sind so diese Tiny House-Siegelungen... Die gibt es in Australien
00:23:18: oder in
00:23:18: Neuseeland?
00:23:20: Und was ich daran so toll finde ist also jeder hat ein ganzes und das sind wirklich Tiny Häuser.
00:23:25: Da hast du dann vielleicht dreißig Quadratmeter und da hast du eine kleine Küche, ein kleines Badezimmer und einen Aufenthaltsraumschlafzimmer Und mit fünf, sechs, sieben Leuten, also am besten auch noch vielleicht in unterschiedlichem Alter oder so eine Siedlung zu haben.
00:23:41: Wo man ein großes Gemeinschaftshaus hat, wo man eine große Küche hat und viele Leute essen können.
00:23:48: Und dann hätte ich noch gerne eine Werkstatt.
00:23:51: Mit allem was man braucht zum Sägen
00:23:56: usw.,
00:23:57: Töpfen oder Nähen.
00:24:02: Also dass man eigentlich beide Sachen kombiniert, dieses Bedürfnis nach alleine sein oder nach irgendwie etwas so haben wollen wie man das will.
00:24:13: Das wird ja jetzt im Alter auch nicht weniger.
00:24:15: Ich glaube der Mensch wird generell nicht flexibler und auf die andere Seite aber Anschluss.
00:24:21: Und also den Bedürfen ist auf ganz einfache Weise nachgehen zu können.
00:24:25: Also Gesellschaft kann man dann ganz einfach suchen und das finde ich wahnsinnig toll!
00:24:31: Aber hier in der Schweiz ist man noch nirgends damit.
00:24:34: Ich hab's jetzt
00:24:34: auch noch nie gehört,
00:24:36: einfach
00:24:37: nicht so wie Amerika.
00:24:39: Oder diese Gethose?
00:24:41: Ah
00:24:41: nein, Ghetto sind sowieso das Schlimmste!
00:24:44: Mit den Golf-Wagali... Ja, ja,
00:24:46: nein.
00:24:47: Das sind einfach...
00:24:48: Aber ich stelle mich mit an die Stadt vor, wo ich rauskann in einen Kaffee und da triffe man Leute oder am Samstag auf dem Markt.
00:24:58: meine Vorstellung, also das was wir machen wollen fürs Alter.
00:25:01: Also fast so ein bisschen eine Siedlung.
00:25:07: Wo ich noch darüber sprechen würde wie man denn glücklich alt werden kann?
00:25:14: Ich habe nie übers Wohnen gerettet was geredet aber was natürlich sehr wichtig ist.
00:25:18: Aber dann isst man ja schon alt!
00:25:22: Man muss ja vorher anfangen... Die blinde Phase, nenne ich sie so um die fünfundvierzig-fünfzig.
00:25:30: Du kommst vielleicht jetzt schon wieder raus aus dieser Phase?
00:25:34: Ich denke, diese Phase ist entscheidend weil da ist man voll im Saft und hat vielleicht Erfolg.
00:25:39: Man weiß ja wie es geht Und das sollte man ja eigentlich schon ein bisschen anfangen, lieber älter werden Das muss ja nicht das negative Bild des Eltern werden.
00:25:49: Aber wie will ich leben Wo will ich Leben?
00:25:52: Da kann man wirklich weichen Stellen, und ich denke das passiert noch zu wenig.
00:25:58: Da will man ja auch noch gar nichts von älter werden wissen?
00:26:02: Ja... vielleicht ist es diese Phase wie du sie nennst, vielleicht setzt du die ein bisschen zu früh an.
00:26:11: Okay!
00:26:12: Also weil es ist ja tatsächlich so jetzt je nachdem in welchem Bereich man arbeitet aber oft ist man irgendwie so Mitte-Vierzig, so ein bisschen auf den Peak.
00:26:21: Auf einen Karriere vielleicht sogar Manchmal sogar eher ein bisschen später auch, kommt davon.
00:26:27: Also Frauen vielleicht sogar eher etwas später weil die ja längere Anlaufzeit wenn sie Kinder haben brauchten und natürlich ist man dann dann ist man ja voll drin und also voll drin zumindest im Arbeitsleben wie man sich daneben dann auch fühlt das es da verschleißt also dass da kommen wahrscheinlich mal dann die ersten schlafrosen Nächte oder die ersten Zipperlein-Arauch auch, weil man sich zu wenig Sorge trägt oder zu wenig Zeit hat, sich Sorge zutragen.
00:26:56: Aber ob man dann schon... Oder wenn man dann ans Kürze treten denkt, dann wahrscheinlich aus Überforderung oder im momentaneren wie momentanen Frust
00:27:06: aber noch nicht jetzt
00:27:07: so wirklich strategisch denke ich.
00:27:09: Vielleicht braucht es da zuerst mal irgendwie ein bisschen einen Knicks also eine Erfahrung, wo man merkt okay jetzt ist man ungefähr da angekommen.
00:27:20: Es gibt ein Plateau oder sogar einen Rückschritt und dann fängt man vielleicht sich an ein bisschen mehr Gedanken zu machen.
00:27:29: aber ich finde auch man macht es zu wenig und das ist auch so dass ich das jetzt genug gemacht hätte.
00:27:36: also mich beschäftigt eben ich frage mich manchmal Ich meine jetzt im Bereich Wohnen habe ich mir diese Gedanken gemacht, aber natürlich gab es da einen äußeren Anlass der Auszug meiner Tochter.
00:27:48: Manchmal braucht das äußere Anlässe oder sagen wir mal die Zwingen einem dazu dann darüber nachzudenken.
00:27:56: und mich beschäftigt Die Frage, was ich nachher mache.
00:28:01: Also wenn ich da mal pensionier bin schon sehr also irgendwie und Ich habe da überhaupt keine Lösung und das ist ich finde es auch wahnsinnig schwierig eine Lösung zu finden.
00:28:09: Ich beneide dann immer die meinen Nachbarinnen meine beiden, die beide Psychoanalytikerinnen sind Und die natürlich dann so gestaffelt einfach länger arbeiten können So viel sie halt noch wollen weil da gibt's so viele Genau gibt so viele PatientInnen.
00:28:23: Sowas würde ich mir natürlich extrem gerne wünschen.
00:28:25: in meiner Branche Bin ich noch nicht mal sicher, ob es bis zur Pensionierung reicht?
00:28:31: Aber meinst du nicht dass das jetzt möglich wäre bei dir.
00:28:34: Dass du halt ... Ich weiß auch noch die Kolumne machst du weiter aber nichts anderes...
00:28:40: Also ein bisschen ja ich denke vielleicht wenn's dann noch Bedürfnis gibt.
00:28:45: Das weiss man halt eigentlich.
00:28:46: also wie sich die Medienbranche entwickelt.
00:28:50: Die ist in der Umweltsung sondergleichen jetzt auch mit K.I.. Da bin ich überhaupt nicht sicher.
00:28:57: Ich würde gerne Bücher schreiben, aber das ist auch nicht so einfach, da muss man erst ein Lack finden.
00:29:05: Ja und diese Struktur... Also wenn man Ferien hat dann denkt man immer oh Mann ist das schön!
00:29:13: Ich freue mich ja so wie lange musst du noch und so?
00:29:15: Das ist etwas völlig anderes.
00:29:17: oder eine Auszeit zu haben.
00:29:19: Wenn man weiß, man geht dann wieder in einen Job rein, ist etwas anders als wenn man keinen Job mehr hat.
00:29:24: Also da muss man sich selbst eine Struktur, man muss alles selber machen und das ist schon ziemlich schwierig und ich glaube, da machen die meisten Leute viel zu wenig Gedanken.
00:29:32: Ja.
00:29:35: Wofür ich einfach plädieren würde, wenn ich sage so fünfundvierzig fünfzig oder fünfzig-fünfundfünfzig?
00:29:41: Dass man sich überlebt wie ... dass zukünftige Leben aussehen können und nicht die Pensionierung, also nicht nur das finanzielle, sondern einfach so das Bewusstsein.
00:29:55: Ich habe letztendlich in einem Enzenzeitartikel gelesen ein Fallstrich bei der Planung auf die Pasionieren ist, dass sich die meisten oder ganz viele nicht bewusst sind wie lange
00:30:08: das
00:30:08: ist.
00:30:09: Das haben wir vorhin schon gesagt, zwanzig Und natürlich, da passiert viel.
00:30:15: Man entwickelt sich mit älter Schwächen und kann das nicht mehr machen.
00:30:19: Aber trotzdem ... Wenn man eben lehnt, sich ein bisschen mit dem Leben zu beschäftigen oder herauszufinden was man will, was einem glücklich macht, das kann man dann auch noch mit
00:30:29: Achtzig
00:30:31: so nutzen.
00:30:33: Dafür plädiere ich ein bisschen.
00:30:36: Ja!
00:30:36: Das braucht natürlich irgendwie wirklich auch sehr viel ... Beschäftigung mit sich selbst und auch mit den Zeiten, die einem vielleicht nicht so gefallen.
00:30:47: Man muss sich da z.B.
00:30:49: damit beschäftigen wie wichtig ist mir eigentlich Status?
00:30:54: Wie gut geht es mir wenn ich nicht mehr täglich zum Beispiel im Rampenlicht stehe?
00:30:58: also vor allem ich denke jetzt an Jawinsky oder der eigentlich am liebsten bis zum Umfallen arbeiten würde Das sind sehr viele Vorab-Männer aus dieser Generation, die ihr ganzes Dasein in Wichtigkeit verbracht haben.
00:31:16: Und dann merken irgendwann mal, da fehlt etwas?
00:31:21: Das ist das eine und das andere aber auch... Alle Studien, das finde ich immer erstaunlich, alle Studien, die Langzeitstudien gemacht werden.
00:31:30: Ich denke jetzt an diese berühmte Harvard-Lange, wo man die Leute seit fünfzig, sechszig, siebzig Jahren befragt.
00:31:38: Und die zeigen eigentlich alle dasselbe.
00:31:41: Diejenigen, die glücklich ... und die Glücklichsten sind diejenigen, wie ein gutes funktionierendes Sozialnetz haben also Freunde, Familie, freunde Freundinnen, die das zweite natürlich gesund, also möglichst gesund, gemaßen gesund bewegen können.
00:31:59: und das dritte ist sie sich engagieren für andere Menschen.
00:32:03: Also diese Form von sich einsetzen für etwas, das nicht der eigene Daseinsmittelpunkt ist.
00:32:12: Nicht der eigene Nabel.
00:32:13: Das macht glücklich und obwohl man das seit Jahrzehnten weiß machen das die wenigsten.
00:32:22: Freiwilligenarbeit wird nicht so allzu häufig gefällt oder es gibt eigentlich viel zu wenig freiwillige?
00:32:30: Das ist zum Beispiel etwas was ich mir sehr genau überlege.
00:32:34: wo würde ich mich gerne engagieren Wenn ich dann, also wo kann ich auch etwas Sinnvolles machen?
00:32:42: Gerade weil ich mich eben auch irgendwie so mit diesen Studien auseinandersetze.
00:32:49: Aber was du vorhin gesagt hast, eben der Status, der fehlt und der wegfällt wenn man nicht mehr in der Arbeit ist das ist dann vielleicht auch bei Freunden oder wenn man jeden Tag ins Büro geht es gibt seinen Anschein, also darum man ist Teil von etwas Und das habe ich wirklich selber auch erlebt.
00:33:09: Wenn man dann nicht mehr in der Arbeit ist, muss man selbst aktiv sein und anrufen und sich verabreden was tun.
00:33:21: Das empfand ich als große Veränderung in der Pensionierung.
00:33:26: Wenn diese täglichen Kontakte die fallen weg, da muss man selber aktiv werden oder Jetzt bei der Arbeit, da müssen immer Lösungen her.
00:33:41: Man muss immer so geht's wie es der Plan entsetzen wir um und wenn man so an die Pensionieren geht dann klappt das nicht weil man muss ein bisschen experimentieren herausfinden was einem gefährdet sind.
00:33:54: einfach ich denke man kommt mit einem Mindset mit einem Alltag in die Pasionierung.
00:34:05: Das hilft nicht unbedingt, um sein Leben wirklich zu gestalten.
00:34:10: Ja also das glaube ich schon auch und ich glaube dass... Also ich habe auch einige und das ist dann wieder etwas oder das muss man sich leisten können.
00:34:19: die meisten von denen die das so machen sind kinderlos Die dann irgendwie so ab sechzig anfangen, irgendwie wirklich bewusst ein bisschen weniger zu arbeiten.
00:34:28: Irgendetwas nebendran sich aufbauen das kann man es muss ja nicht unbedingt freiwilligen.
00:34:33: Das kann also bei den einen ist es dann irgendwie eine leidenschaftlicher Velofahrer der will sich so eine Werkstatt nebenbei aufbaut macht er jetzt zum Teil auch schon.
00:34:44: Aber das muss man sich leisten können, früher runterzufahren und es ist dann eben noch reicht für diese vielen Jahre die auf einen zukommen.
00:34:56: Ja ich finde dass... Ich finde die Art und Weise wie wir Biografien gestalten macht das natürlich auch nochmal schwierig.
00:35:03: Es ist so etwas Künstliches dieses Pensionierungsalter und auf der anderen Seite ist es aber auch so, das merke ich ja jetzt schon Man ist als Alter-Arbeitsnehmer wird man schon eher auf der Kostenseite angesetzt.
00:35:22: Es ist extrem schwierig, das weiß man von Arbeitslosenung nach, sagen wir mal eigentlich schon nach fünftig, aber vielleicht ist die... stärkere Guillotine mit fünften Fünfzigtaus.
00:35:33: Da kann man qualifiziert sein wie nur etwa wahnsinnig schwierig wieder etwas zu finden, weil man einfach zu teuer ist, weil auch Altersbilder hat nicht mehr so flexibel vor allem jetzt in dieser Zeit mit KI oder nicht IT auf Wien.
00:35:49: und da haben wir als Gesellschaft eine Wahnsinnsaufgabe das diese Bilder zu revidieren.
00:35:55: Wir müssen es gar nicht anders gehen.
00:35:58: Bald ist ein Drittel der Arbeit nehmenden in meinem Alter etwa.
00:36:02: Ja, ja... Also demografisch statistisch und das es geht natürlich nicht.
00:36:12: mit diesen Bildern die wir haben kommen wir nicht weiter.
00:36:15: also da muss etwas passieren gesellschaftlich.
00:36:17: Deshalb eben auch deshalb ist das halt so relevant als Thema.
00:36:21: Das soll nämlich auch an.. Ist deine Kolonne auch relevant?
00:36:27: um wieder an den Beginn unseres Gesprächs zu kommen, um auf so Themen aufmerksam zum Beispiel auch auf einer sehr persönlichen Ebene.
00:36:35: Und möchtest du zum Schluss noch etwas sagen?
00:36:39: An unsere Hörerinnen und Hörern die sich wirklich brennen für das Thema Älterwerden und Lebensgestaltung interessieren?
00:36:54: Auch da ist es wieder ein bisschen wie beim Mama-Blog.
00:36:56: Ich habe immer gesagt, ich bin überhaupt keine Spezialistin oder Erziehungsexpertin.
00:37:01: Ich schreibe nur darüber was ich eigentlich selbst erlebe.
00:37:04: also insofern ... Ich stehe am Anfang und ich hab wirklich keine Ahnung wie man im Alter glücklich wird.
00:37:13: Das ist eine sehr große Aufgabe!
00:37:21: Ich finde nur dass man neben den nachteiligen Sachen die es ja durchaus gibt.
00:37:28: Also mein Gott, ich finde auch... also ich meine diesen Tee zerfalltäglich zuzuschauen ist wirklich nicht lustig.
00:37:37: Ich finde, also meine Augen sind so schlecht geworden zum Beispiel.
00:37:40: Das find' ich ganz ekelhaft!
00:37:42: Wirklich?
00:37:42: Also ich kann mich da fast nicht dran gewöhnen, dass all diese... das sind alles Verluste
00:37:49: oder?!
00:37:51: Verluste sind nie, die nimmt man nie mit offenen Armen entgegen.
00:37:55: Aber ich finde es gibt schon auch Gewinne und im Moment zumindest irgendwie halte ich mich irgendwie so wie an den Gewinnen fest und nehme ein bisschen Versuche die mehr in Sauget zunehmen gelenkene lange nicht immer je kommt hat irgendwie sehr erfahren wie ich mich gerade fühle.
00:38:11: aber die ins Auge zu nehmen.
00:38:12: Ich finde zum Beispiel So viel Freiheit wenn man jetzt finanziell nicht total schlecht aufgestellt ist, so viel Freiheit wie heute.
00:38:24: Wenn die Kinder ausgezogen sind hat man eigentlich vorher nie im Leben noch nicht mal wenn man ganz jung war weil da hat also da da ist man im Stress man muss irgendwie eine Ausbildung fertig machen man muss einem gesellschaften in dem leben finden und Jetzt ist es so, man hat das eigentlich alles schon ein bisschen hinter sich.
00:38:45: Ich erwische mich wirklich recht häufig, dass ich froh bin.
00:38:49: Ich bin zum Beispiel froh, wenn ich nicht mehr im Alter meiner jungen Kolleginnen und Kollegen bei der Arbeit, die sich jetzt ständig Gedanken machen müssen soll ich aus dieser Branche weg und noch etwas ganz Neues machen weil sie irgendwann mal dann sowieso kommen wird oder weil es immer Precherer wird.
00:39:07: Ich muss mir das nicht mehr überlegen.
00:39:09: Es gibt auch ganz viele Privilegien und eines der schönsten Privilegen finde ich wirklich, man wird freier und ich finde auch man wird im Kopf freier.
00:39:19: also ich merke dass sich viel weniger mit mir selber hadere Man lässt sich selber mehr Raum.
00:39:29: Ich fühle mich nicht mehr ständig so ungenügend wie ich das noch in jungen Jahren, dass es ja typisch weiblich ist.
00:39:37: Wie ich das in den jungen Jahre gehabt habe und das finde ich ... Das ist ein wahnsinnig gutes Gefühl!
00:39:45: Also da wünschte ich mir schon, ich hätte es viel früher gehabt.
00:39:47: Schon
00:39:47: früh, genau.
00:39:48: Aber das erlebe ich sehr, ich freue mich auch sehr frei manchmal ein bisschen überfordert sogar damit aber freigutfrei.
00:39:59: Das klingt jetzt mal kapert, aber ich habe gerade Krankheit in meiner Familie erlebt.
00:40:06: Ich will älter werden, denn die Alternative ist der Tod.
00:40:11: Also ich will ältere werden und versuche das so gut wie möglich zu
00:40:16: machen.".
00:40:17: Ja, und ich glaube wirklich... Also wenn ich es auf ein Wort fassen müsste, dass ich mir groß auf dem Badezimmerspiegel schreibe ist das Neugierde.
00:40:28: Ich
00:40:28: glaube wirklich, ich will mich bemühen, dass sich die Neugiere behalte weil das treibt einem an Neues zu entdecken.
00:40:37: Das verhindert, dass man sich in einer kleinen Welt so festzurrt wo dann alles, was nicht mehr da reinpasst, fremd wird und wo man dann so kautzig vielleicht auch wird.
00:40:50: Ich versuche wirklich einen wie Neugier ... also meine Neugiere weiterzupflegen.
00:40:55: Und ich hoffe dass mich das zu einem einigermaßen glücklichen alten Menschen noch älteren Menschen macht.
00:41:04: Ja ist eine große Aufgabe.
00:41:08: Ein Wahnsinnsprivileg wenn man ganz ehrlich ist.
00:41:10: Das in der Schweiz muss man auch mal sagen
00:41:14: Ja, ein großes Prächileg.
00:41:16: Also vielen Dank für das Gespräch sehr spannend und auch viele
00:41:22: glückliche
00:41:22: Jahre die da kommen!
00:41:25: Ja danke herzlich wünsche ich dir auch!
00:41:29: Ja hoffen wir das Beste.
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