Das Leben, das ich nicht gelebt habe

Shownotes

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00:00:09: Hallo und herzlich willkommen zu Focus Future der Podcast.

00:00:15: Heute sprechen wir über das Leben, dass ich nicht gelebt habe!

00:00:20: Denn jede Entscheidung die wir treffen öffnet eine Tür.

00:00:24: Bei jeder Entscheidung, die wir treffen formen wir einen Weg heißt aber auch sie schließt Türen.

00:00:32: also jede Entscheidung schließ türen Und irgendwann... Das ist meine These tauchen die Fragen, die ungelebten Leben wieder auf.

00:00:41: Zum Beispiel was wäre gewesen wenn ich einen anderen Beruf gewählt hätte?

00:00:47: Was wäre gewesen, wenn ich dir und die Prüfung nicht bestanden hatte?

00:00:51: Was wär gewesen, Wenn ich keine Kinder gehabt hätte oder wenn ich geblieben oder gegangen wäre?

00:00:59: Ellie gibt es solche Fragen die du dir manchmal stellst?

00:01:05: Also zuerst muss ich sagen das hat mich wirklich dass du das Thema vorgeschlagen hast.

00:01:13: Ich denke immer, es sind alte Menschen, die sich diese Gedanken machen oder so denken und ich habe mir in den letzten Jahren bewusst vorgenommen, das nicht so zu machen, aber ich hätte doch nur ... Sondern ich habe immer weniger Jahre vor mir, also konzentriere mich auf die Jahre und nutze und genieße die so gut ich kann!

00:01:38: Ich musste mich, wie soll ich das sagen?

00:01:40: Unpolen für diese Episode.

00:01:43: Also weg von diesem negativen Unterton dieses Beräuer und hätte dich doch nur... Warum habe ich nicht... Weißt du was ich

00:01:57: meine?!

00:01:58: Absolut ja!

00:01:59: Es kann auf jeden Fall diesen wehmütigen Unterton haben.

00:02:02: Was hab' ich verpasst in meinem Leben, was wäre gewesen wenn?

00:02:06: Aber ich denke, es hat absolut eine philosophische Komponente.

00:02:10: Da kommen wir dann vielleicht später dazu wie man das für sich nutzen kann.

00:02:15: Ja genau und dann eben auch diese... Das bringt ja dann auch eine Unzufriedenheit mit dem jetzigen Leben.

00:02:22: oder wenn ich doch nur hätte, dann wäre aber du hast hier das Thema aufgebracht Du hattest bestimmt irgendein Beispiel aus deinem Leben.

00:02:31: Kannst du uns das erzählen?

00:02:34: Ich war kürzlich am Flughafen Und beim Check-in ist mir in den Sinn gekommen, dass ich mich ja mal als Boden für die Bodenkrew der Swiss beworben hatte nach der Matura und ich bin dann nicht... Ich habe die Stelle nicht bekommen.

00:02:50: Und manchmal frage ich mich schon was hätte diese Erfahrung mit mir gemacht?

00:02:55: oder noch viel verrückter oder einschneidender?

00:02:58: Ich hatte mich beworgen für ein Praktikum beim Radio.

00:03:04: nie was gehört, keine Antwort.

00:03:06: beziehungsweise ein halbes Jahr später im Spam habe ich dann die Einladung zum Bewerbungsgespräch gefunden.

00:03:13: Also die haben gedacht Ich hätte nie geantwortet und mir ist gar nicht in den Sinn gekommen danach zu schauen.

00:03:21: Und dann folge ich mich schon Ja!

00:03:23: Was wäre geworden wenn ich diese Türen aufgestoßen hätte?

00:03:27: Hätte ich jetzt vielleicht ein eigenes Radioformat, wäre ich jetzt eine berühmte Moderatorin?

00:03:34: Oder im Fernsehen.

00:03:35: Ja

00:03:36: in Fernsehe vielleicht.

00:03:38: oder werde ich jetzt airline Mitarbeiterin gewesen?

00:03:41: viele Jahre hätte ganz viele Länder bereist die ich so nicht bereisen kann hätte mich vielleicht in Südamerika niedergelassen.

00:03:49: also ich finde das ist eher dieses Kokettieren.

00:03:55: hast du denn auch solche Schlüssel Erlebnisse in deinem Leben?

00:04:01: Ich habe mich mal in Kalifornien lebte bei einer amerikanischen Airline beworben, mit genau den gleichen Gedanken reißen günstig und so auf der Welt rumkommen.

00:04:15: Und ich wurde abgelehnt weil ich zu schwer war.

00:04:25: Aber wenn wir schon von Kalifornier leben... Also ich denke schon dass dieser Entscheid ins Ausland nach Kalifornien zu gehen, mein Leben entscheidend geprägt hat.

00:04:39: Inwiefern kannst du das vielleicht ein bisschen ausführen?

00:04:45: Also ich habe eine andere Sprache gelernt.

00:04:48: Ich hab mich in einer anderen Kultur bewegt und damals sind in den neununddachziger Jahren da war man wirklich weg vom Zuhause kein Smartphone-Email Nur Luftpostbriefe.

00:05:01: Ich empfand das als sehr befreien, spannend und interessant.

00:05:06: Und es hat mich bestimmt geprägt!

00:05:09: Ich war sehr glücklich dort... ich konnte mich auch wie soll ich das sagen neu erfinden?

00:05:16: Also ohne mein gewohntes Umfeld.

00:05:20: Das war spannend.

00:05:22: Vielleicht auch ein bisschen mutiger sein.

00:05:26: Denke ich schon auch.

00:05:27: Das denke ich schon auch, ja.

00:05:29: Es ist ja gut gegangen.

00:05:31: Ich

00:05:33: habe kürzlich bei Hundespaziergang eine ältere Dame kennengelernt getroffen.

00:05:38: Wir sind dann so ein Stück zusammenspaziert und sie hat mir erzählt dass sie nie eine Lehre machen durfte bzw als Kellnerin arbeiten musste damit die jüngeren Brüder eine Ausbildung machen konnten.

00:05:53: also sie musste Geld verdienen Und sie erzählte es nicht wehmütig.

00:05:59: Mehr so als Fakt, das war jetzt halt einfach so... Aber dann wurde sie etwas nachdenklich weil sie eigentlich so gerne Krankenschwester geworden wäre.

00:06:09: Denkst du?

00:06:11: Das ist so eine typische Biografie aus deiner Generation Weil Du konntest ja reisen.

00:06:16: Ich weiß nicht War das normal oder außergewöhnlich dass du da deinen Elternhaus verlassen hast.

00:06:25: normal nicht, schon eher außergewöhnlich.

00:06:28: Aber was deine Bekannte erzählt hat, das habe ich auch von meiner Mutter gehört.

00:06:33: nochmals eine ganz andere Generation.

00:06:36: aber auch bei mir denke ich waren die Leben oft stärker vorgegeben oder vorgezeichnet.

00:06:43: man lernt den Beruf und dann hat man dann das ganze Leben oder man lernte einen beruf den gleichen wie der Vater.

00:06:54: Wichtig war, dass der Lebenslauf lückenlos war.

00:06:59: Oder ich erinnere mich an eine Geschichte.

00:07:00: Mein Cousin hat Jura studiert und hat das aufgegeben und wurde Gärtner.

00:07:06: Das war in den Neunzehnten und Dachzigerjahren.

00:07:08: Das waren damals überhaupt nicht cool!

00:07:11: Er wurde eher als Versager angesehen.

00:07:15: Man gibt doch kein Jurastudium mit diesen tollen Aussichten auf um Gärtners zu werden... Ich frage mich dann, heißt das denn, dass meine Generation mehr diese was wäre wenn Momente kennt oder mehr bedauern und deshalb unglücklicher und unzufrieden ist?

00:07:37: Weißt du ob all der verpassten Möglichkeiten?

00:07:41: also ich glaube nicht.

00:07:43: Ich habe übrigens in dem Titel eines Artikels kürzlich gesehen, habe nicht gelesen den hieß gestresste junge zufriedene Alte.

00:07:53: Ich lebe es eigentlich schon auch so.

00:07:58: Also ich habe jetzt keine Studie dazu, aber ich denke dass das heute sagen wir mal in unseren Breitengraden schon ganz anders ist als damals.

00:08:07: Also wenn wir heiraten sollen, entscheiden wir selbst ob wir überhaupt heiraten wollen und Kinder haben wollen.

00:08:14: Das ist wirklich etwas sehr sehr persönliches und individuelles das traut man sich ja heute fast auch gar nicht mehr zu fragen.

00:08:22: Auch die Ausbildung müssen wir nicht mehr machen, die unsere Eltern vorschwebt oder die Familie zu ernähren oder eben das Geschäft der Eltern zu übernehmen.

00:08:34: es gibt jetzt ganz viele Menschen, die helfen uns ja Familienbetriebe in andere Hände zu geben.

00:08:40: Also das ist schon ein eigener Geschäftszweig.

00:08:43: Ich glaube da hat sich in wenigen Generationen schon sehr viel verändert und ich glaube so dieses Gedankenspiel was wäre wenn... Ja, ich gebe es zu!

00:08:55: Es ist wahrscheinlich schon ein bisschen Luxus.

00:08:59: Gegut Gedanken haben darf man ja immer träumen darf man auch immer aber trotzdem in unseren Breiten gerade darf man sich das noch so überlegen.

00:09:10: Wir haben eine Luxus-Situation, oder?

00:09:12: Das ist vielleicht heute ein bisschen ein Luxusthema in unserem Podcast.

00:09:19: Und eben daraus dann auch schon fast Stress, was man ja heute doch oft liest und hört.

00:09:26: Genau wir sind gestresst mit Selbstoptimierung!

00:09:31: Es gibt ja auch diesen Film vielleicht so, um vom Großen ins Kleinere zu kommen.

00:09:37: Habe ich mich daran erinnert als ich die Episode vorbereitet habe?

00:09:41: Das heißt Sliding Doors.

00:09:43: Ich glaube der war mit Gwyneth Peltrow und die Geschichte geht so... Sie steigt nach der Arbeit in die U-Bahn bzw.

00:09:52: sie möchte die U Bah nehmen und einmal verpasst sie Die U-Bahn, also the doors are sliding und einmal nicht.

00:10:01: Und als sie eben die U-bahn verpasst kommt sie nach Hause zu ihrem Freund.

00:10:05: der ist glaube ich gerade unter der Dusche.

00:10:08: Sie weiß nicht warum aber in der anderen Version weiss man warum er unter der dusche ist weil sie eben früher nach hause kommt und ihm im Bett erwischt mit einer anderem Frau.

00:10:22: eine ganz andere Wendung und ich finde das spannend.

00:10:25: Ich mag so diskutieren, was wäre wenn ich fünf Minuten vorher irgendwo gewesen wäre oder eben auch nicht?

00:10:38: Da kommen wir ein anderes Film in der Sinn nur ganz kurz und der heißt About Time.

00:10:43: Der Hauptdarsteller kann in die Zeit zurückgehen wie ein neues Skritt schreiben Und ein ganz spannender Film, einfach nur kurz am Schluss gibt er diese Fähigkeit auf.

00:10:57: About Time musst du dir unbedingt mal anschauen.

00:10:59: Passt genau zu unserem Thema!

00:11:03: Aber was ich noch interessant finde ist welche Wünsche habe ich nie laut ausgesprochen?

00:11:13: Also das kenne ich jetzt selber also vielleicht auch Wünschen die eventuell von jenen der Eltern abgewichen werden.

00:11:21: Also da gäbe es dann vielleicht die Version für mir mit der großen Karriere, eine Version in der ich in Amerika geblieben wäre.

00:11:32: Welche Wünsche über dich nie gesprochen habe?

00:11:38: Was wäre wenn?

00:11:41: Also das nicht gelebte Leben könnte man positiv auch formulieren Im Wünsche, Entscheidungen und Hoffnungen.

00:11:51: Und wir haben uns ja auch etwas Wissenschaftliches dazu ausgesucht.

00:11:56: Magst du das kurz vorlesen?

00:12:01: Das ist der Choice overload!

00:12:05: Mehr Auswahl macht uns nicht automatisch glücklicher.

00:12:08: im Gegenteil zu vielen Optionen können überfordern.

00:12:13: In einem Supermarkt wurden zwei Setups für Konfettüre Verkostung bereitgestellt, ein Setup mit vierundzwanzig Sorten und eins mit sechs Sorten.

00:12:25: Im Experiment blieben zwar viel mehr Menschen bei einem Stand mit vier und zwanzig Konfetteure entstehen als beiden Sechs Sorten aber gekauft wurde deutlich häufiger beider kleinen Auswahl.

00:12:41: Fazit die Zu viele Möglichkeiten führen oft zu Entscheidungsstress, Unsicherheit ja sogar Angst die falsche Wahl zu treffen.

00:12:54: Und schon spannend!

00:12:56: Heute haben wir so viele Möglichkeiten gerade was Ausbildung betrifft und auch Arbeitsplätze.

00:13:03: ich denke auch wieder Nach Corona ist das auch wieder explodiert, oder ich kann für eine Firma in Amerika arbeiten ohne je einen Fuß überhaupt in den Headquarter zu setzen.

00:13:16: Es gibt hybride Teams... Die Auswahl ist riesig!

00:13:21: Ich denke, dass es wirklich nicht nur lustig ist.

00:13:23: Das zeigt übrigens auch eine Studie der OECD aus dem Jahr zwanzig, fünfundzwanzig die hieß The State of Global Teenager Career Preparation.

00:13:35: Darin heißt das, dass fast vierzig Prozent der fünfzehnjährigen in OECD-Ländern unsicher sind welchen Beruf sie später einmal ausüben möchten.

00:13:47: auch hier mehr Möglichkeiten bedeuten also nicht automatisch mehr Freiheit sondern mehr Orientierungslosigkeit.

00:13:56: und natürlich KI macht die Berufswahl nicht einfacher.

00:14:01: Sie öffnet zwar neue Möglichkeiten die wir noch nicht einmal genau ausloten können.

00:14:06: Aber sie verstärkt eben auch die Frage aktuell, was lohnt sich überhaupt zu lernen?

00:14:13: Es geht also um Entscheidungen und gerade dazu haben wir aus dem Life-Design eine gute Übung für euch.

00:14:21: das Zehn-, Zehn-Zehn-Modell ist hilft bei schwierigen Entscheidungen.

00:14:27: Die Idee fragt dich nicht nur wie du dich jetzt fühlst sondern auch Wie denke ich darüber nach?

00:14:35: in zehn Minuten, in zehn Monaten oder gar in zehn Jahren?

00:14:40: Denn viele Entscheidungen fühlen sich kurzfristig unangenehm an sind langfristig aber richtig.

00:14:48: Hier ein Beispiel Ausbildung abbrechen oder doch nicht!

00:14:54: Wie denke Ich in zehn Minuten darüber nach?

00:14:58: Ich habe Angst andere zu enttäuschen oder als gescheiter zu gelten.

00:15:04: In zehn Monaten bin ich in einem neuen Umfeld und merke, ob es besser zu meinen Interessen passt.

00:15:13: Und in zehn Jahren bin ich vielleicht dankbar, dass ich früh korrigiert habe statt jahrelang in eine Richtung zu gehen die gar nicht meine ist.

00:15:23: Also das Zehn-Zehn-Zähnmodell hilft nicht nur aus dem Moment herauszuentscheiden.

00:15:31: Es zeigt ob eine Entscheidung nicht kurzfristig unangenehm ist oder auch langfristig zu dem Leben passt, dass man führen möchte.

00:15:43: Das Leben das ich nicht gelebt habe kann wehmütig klingen nach verpasster Chance, nach Abzweigungen die man falsch gewählt oder nicht genommen hat.

00:15:55: aber vielleicht steckt eben genau auch darin etwas Lebendiges.

00:16:01: Gerade in der Pensionierung oder einer neuen Lebensphase kann man sich ja fragen, was habe ich nicht gemacht?

00:16:09: Obwohl es mich immer gereizt hätte und ist das wirklich zu spät.

00:16:14: Vielleicht ist nicht alles nachholbar aber manches eben schon vielleicht nicht genau so wie man es sich damals vorgestellt hatte Aber irgendwie anders.

00:16:25: für mich denke ich hier zum Beispiel Ich habe nie längere Zeit im Ausland gelebt.

00:16:31: Das ist für mich so ein bisschen eine verpasste Chance.

00:16:35: Vielleicht wäre jetzt dann irgendwann der Moment dafür, wenn meine Kinder mich nicht mehr so nah an ihrer Seite brauchen Dann könnte ich mir vorstellen auch mal woanders zu leben, ein bisschen länger also in Paris oder irgendwo am Meer.

00:16:49: das finde ich einen inspirierenden Gedanken.

00:16:54: Bei mir würde es jeder etwas Kleines.

00:16:59: Ich muss recht lange darüber nachstudieren, was ich dann jetzt nachholen könnte.

00:17:04: Aber... ...ich möchte ein regelmäßiges Nachtessen organisieren!

00:17:10: Also ich lade drei Freunde ein und jeder dieser Freundinnen bringt jene Freundin mit.

00:17:18: Ein Mix aus bekannten und unbekannten Menschen.

00:17:22: das stelle ich mir wahnsinnig spannend vor.

00:17:25: und dass jeden Monat

00:17:27: Und du weißt, was jetzt kommt?

00:17:31: Warum machst du es nicht?

00:17:32: und zweitens ich bin dabei falls du mich einlädst.

00:17:36: Also nachts essen Tokyo okay das muss sich dann bald mal anfangen.

00:17:40: Genau

00:17:42: sehr schön.

00:17:43: aber liebe Zuhörerinnen und Zuhöre was sind denn eure Pläne?

00:17:48: was wollt ihr nachholen noch erleben?

00:17:52: schreibt uns.

00:17:52: wir freuen uns von euch zu hören.

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